Donnerstag, 19. Januar 2012

Neues aus der Hirnforschung - Jammerlappen entdeckt



… und der ist bei uns Deutschen besonders stark ausgeprägt – behauptet zumindest Dr. Eckehardt von Hirschhausen in seinem Buch „Glück kommt selten allein“.

Ganz einfach ausgedrückt ist unser Gehirn darauf angelegt, alles was passiert anhand unserer Erwartungen zu bewerten. Wenn etwas besser ist als erwartet, fühlen wir uns gut. Ist etwas schlechter als erwartet, fühlen wir uns schlecht. Der Schlüssel, ob wir uns also gut oder schlecht fühlen ist nicht das, was passiert, sondern dass, was wir erwarten.

Ganz einfaches Beispiel: Wenn in Ihrem Schrebergarten die Beete im Sommer zu vertrocknen drohen, freuen Sie sich, wenn endlich ein paar kühlere Regentage kommen – „genau das Wetter, dass wir jetzt brauchen“ denken Sie sich. Nur sieht das Ihr Kollege, der die Grillparty geplant hat, vollkommen anders. Wir sprechen ganz selbstverständlich von gutem und schlechtem Wetter – dabei ist es nur Wetter! Ob wir das aktuelle Wetter gut oder schlecht finden, hat mehr mit unseren individuellen Zielen (gute Ernte oder Grillparty) zu tun als mit dem Wetter selbst. Und da kommt unser Jammerlappen ins Spiel – der meldet sich nämlich immer dann, wenn das Geschehen nicht mit unseren Erwartungen übereinstimmt.

Eine gute Methode um den eigenen Jammerlappen zu justieren können wir aus der Schmerztherapie übernehmen. Dort verwendet man sog. Schmerzskalen, um die Intensität des gefühlten Schmerzes zu beschreiben, z.B.: „keine - leichte - mäßige - starke - sehr starke – unerträgliche Schmerzen“. Daraus können wir prima eine Jammerskala zur Selbstkalibrierung ableiten. 

Also, wenn sich Ihr Jammerlappen das nächste mal meldet, bewerten Sie bitte die Schwere des zu erwartenden Verlustes: >>> Kein wirklicher Verlust / kaum spürbar / nicht schön, aber auch nicht schlimm  / deutlich spürbarer / unerträglich <<<

Sie werden sehen, oft hilft es schon, das Geschehen in den richtigen Bedeutungsrahmen zu stellen und – zack - Sie fühlen sich besser 

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