… und
der ist bei uns Deutschen besonders stark ausgeprägt – behauptet zumindest Dr.
Eckehardt von Hirschhausen in seinem Buch „Glück kommt selten allein“.
Ganz
einfach ausgedrückt ist unser Gehirn darauf angelegt, alles was passiert anhand
unserer Erwartungen zu bewerten. Wenn etwas besser ist als erwartet, fühlen wir
uns gut. Ist etwas schlechter als erwartet, fühlen wir uns schlecht. Der
Schlüssel, ob wir uns also gut oder schlecht fühlen ist nicht das, was
passiert, sondern dass, was wir erwarten.
Ganz
einfaches Beispiel: Wenn in Ihrem Schrebergarten die Beete im Sommer zu
vertrocknen drohen, freuen Sie sich, wenn endlich ein paar kühlere Regentage
kommen – „genau das Wetter, dass wir jetzt brauchen“ denken Sie sich. Nur sieht
das Ihr Kollege, der die Grillparty geplant hat, vollkommen anders. Wir
sprechen ganz selbstverständlich von gutem und schlechtem Wetter – dabei ist es
nur Wetter! Ob wir das aktuelle Wetter gut oder schlecht finden, hat mehr mit
unseren individuellen Zielen (gute Ernte oder Grillparty) zu tun als mit dem
Wetter selbst. Und da kommt unser Jammerlappen ins Spiel – der meldet sich
nämlich immer dann, wenn das Geschehen nicht mit unseren Erwartungen
übereinstimmt.
Eine
gute Methode um den eigenen Jammerlappen zu justieren können wir aus der
Schmerztherapie übernehmen. Dort verwendet man sog. Schmerzskalen, um die
Intensität des gefühlten Schmerzes zu beschreiben, z.B.: „keine - leichte - mäßige - starke - sehr starke – unerträgliche
Schmerzen“. Daraus können wir prima eine Jammerskala zur Selbstkalibrierung
ableiten.
Also, wenn sich Ihr Jammerlappen das nächste mal meldet, bewerten Sie
bitte die Schwere des zu erwartenden Verlustes: >>> Kein wirklicher Verlust /
kaum spürbar / nicht schön, aber auch nicht schlimm / deutlich spürbarer / unerträglich
<<<
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